Lorbeer

Lateinisch (Botanisch): Laurus nobilis L.
Englisch: Laurel leafs (Bay leafs)
Französisch: Laurier

Geschichte:

Der Lorbeerbaum galt schon in der Antike als heilig. Er war das Symbol für Ruhm und Weisheit und war dem Gotte Apoll geweiht. Das Orakel von Delphi, die Pythia, kaute Lorbeer, der sie in eine Art Betäubungszustand versetzte. Helden, Dichter, Staatsmänner und Olympioniken wurden mit Lorbeerzweigen und -kränzen belohnt.

Hauptanbaugebiete:

Der Lorbeerbaum stammt wahrscheinlich aus Kleinasien und ist heute überwiegend in den Mittelmeerländern beheimatet. Deren Hauptanbaugebiete sind die Türkei, Griechenland, Italien, Marokko, Jugoslawien und Albanien.

Beschreibung:

Der üppig belaubte und immergrüne Lorbeer-Baum wird wildwachsend etwa 10-15 m hoch, doch hält man ihn - der Handpflücke wegen - in Buschform. Die ledrig zähen, lanzenförmig zugespitzten, ganzrandigen und etwas gewellten Blätter werden ca. 8-10 cm lang, 3-5 cm breit und sind auf der Blattoberseite kräftig olivgrün-glänzend, an der Unterseite mattgrün. Die frischen, ausgesprochen bitteren Blätter sind stark aromatisch und werden im Schatten getrocknet, damit sie ihre grüne Farbe bewahren. Durch die Trocknung reduzieren sich die Bitterstoffe und das lorbeertypische Aroma tritt in den Vordergrund. Da das Aroma nur langsam auf das Lebensmittel übertragen wird, kocht man die Blätter oft mit. Beim Brechen eines trockenen Blattes tritt sofort der charakteristische, würzige balsamische Geruch hervor. Der Geschmack ist typisch würzig und leicht bitter. Die Blätter kommen ganz, geschnitten oder gemahlen in den Handel. Das Aroma beruht auf dem ätherischen Öl mit Cineol-1.8. als Hauptaromakomponenten.

Verwendung:

Lorbeerblätter passen für alles, was sauer ist: Fleisch- (Sauerbraten-) und Wildgerichte, Kochfisch, Fischmarinaden, Saucen, Suppen, Brühen, Klopse, Sülzen, Sauerkraut, Ragouts und Gewürzmischungen. Außerdem setzt man Lorbeerblätter zum Beizen und zur Herstellung von sauren Konserven ein.

Sowohl die Blätter als auch die Früchte des Lorbeerbaumes finden in der Heilkunde Verwendung. In Form eines Tees helfen sie bei Magen- und Verdauungsbeschwerden, äußerlich angewendet hilft Lorbeerblätteröl gegen müde Füße. Aus den Beeren lässt sich eine Tinktur herstellen, welche gegen Rheuma wirkt und auch bei Prellungen eingesetzt.